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Nessa

Wappen der ehemaligen Gemeinde Nessa

Einwohnerzahl:
888 (Stand: 31.03.2013)

Ortsteile:

  • Dippelsdorf
  • Kössuln
  • Obernessa
  • Unternessa
  • Wernsdorf



Erste urkundliche Erwähnung:
1065

Fläche:
14,03 km²

Ortsbürgermeisterin
Jacqueline Hietzschold


Der Name Nessa kommt vom germanischen Natia (Nässe, Fluss) und dem althochdeutschen nazzi, nezzi (Nässe). Unternessa wurde 1275 erstmals urkundlich erwähnt. Es gibt jedoch Belege, welche auf eine Besiedlung ab dem Jahre 1040 hinweisen.

Der gleichnamige Bach, die Nessa, durchzieht alle Ortsteile mit einer grünen Aue zu beiden Seiten. Dies spiegelt sich auch im Gemeindewappen wider, auf dem sich der Nessabach unter den 5 Ortsteilen, welche als Kleeblätter stilisiert sind, hinschlängelt. Es gibt heute noch 8 Dorfteiche, vor gut hundert Jahren waren es vielleicht noch doppelt so viele. Unser Nessa ist umgeben von einer sehr fruchtbaren und über 1400 Hektar großen Feldflur. So ist der Ort über Jahrhunderte von einer gutgehenden Landwirtschaft geprägt worden. Davon zeugen die vielen, alten Dreiseitenhöfe in den einzelnen Ortsteilen. Mit ihnen sind solche Namen verbunden wie Gorbauch, Große, Kolbe, Burkhardt, Franke, Hüfner, Mann, Hoppe, Rauche, Scharf und Kabisch, um nur einige der alten Bauernfamilien zu nennen.

Nessa hat heute etwa 1000 Einwohner in den Ortsteilen Obernessa, Unternessa, Dippelsdorf, Kössuln und Wernsdorf. Der Nessaer gilt von altersher als recht konservativ und eigensinnig. Überliefert ist bereits aus dem 17. Jahrhundert, dass die bösen Bauern von Nessa sich weigerten, ihren Tribut an das Kloster Beuditz (Weißenfels) zu entrichten.

Unmittelbar mit Nessa und seinen Einwohnern ist die Geschichte vom Blaustrumpf verknüpft. Vor rund 300 Jahren wurde die blaue Farbe aus der Pflanze Waid gewonnen und war recht preiswert. Mit den Jahren kamen neue Farben auf, der Nessaer blieb jedoch beim Blau und färbte über viele Jahrzehnte noch damit die selbstgestrickten Strümpfe.

Die Kirche zu Unternessa ist dem heiligen Othmar geweiht und ist sicher über 600 Jahre alt. Die rechteckige Saalkirche wurde erst 1795 erbaut. Ein ähnliches Alter weist die Kirche im Ortsteil Obernessa auf.

Der bekannteste Sohn unserer Gemeinde ist wohl der Dichter Johann Georg Albinus. Er wurde am 8. März 1624 als erster Sohn des Pfarrers Zacharias Albinus im Unternessaer Pfarrhaus geboren. Sein schriftstellerisches Schaffen umfasst vor allem Gedichte und Kirchenlieder. Seine bekanntesten Werke waren: "Trauriger Cypressen-Krantz aus den heiligen fünf Wunden Jesu" sowie das Kirchenlied "Alle Menschen müssen sterben".

Über viele Jahrhunderte verfügte auch Nessa über eine eigene Schule, diese musste 2004 wegen Schülermangel geschlossen werden. Hier findet sich nun Nessa´s Vereinshaus. In unserer Ortschaft gibt es einen Schützenverein, einen Verein für Rassegeflügelzucht, zwei Heimatvereine, einen Verein für Ballspiele, einen Seniorenverein und eine Schalmeienkapelle. Die Freiwillige Feuerwehr konnte im Jahre 2005 das neu geschaffene "Zentrale Feuerwehrhaus" beziehen. Die Jugendlichen haben seit über zehn Jahren ihren Jugendklub in Unternessa, gegenüber der Gaststätte "Henning".

Der erste Kindergarten entstand im Jahre 1936, unser zentraler Kindergarten ist 1970 eingeweiht worden. Heute betreuen hier vier Erzieherinnen zwischen 30 und 40 Kinder.

Unweit des Kindergartens befindet sich der Sportplatz und unsere Turnhalle. Im Jahre 2004 wurde das Gemeindebackhaus eingeweiht. Das Büro des Ortsbürgermeisters befindet sich in der Dorfstraße 8 in den Räumen der ehmaligen Sparkasse.

Nessa lebt nicht unwesentlich von den einheimischen Firmen. Seit fast hundert Jahren gibt es gegenüber der Kirche in Unternessa einen Gasthof, die heutige Gaststätte "Henning". Die Autowerkstatt Rabestein und das Baugeschäft Meißner sind typische Familienbetriebe von Einheimischen. Nach der Wende entstand der Baubetrieb Hiestro und die Dachdeckerfirma Schmidt siedelte sich an. Hier finden viele Einwohner der Ortschaft ihre Arbeit. Die Bedeutung der Landwirtschaft ist leider immer mehr zurückgegangen. Beziehungen bestehen hier meist nur noch in Form der Landverpachtung.

Mitte der neunziger Jahre hat die Gemeinde mit Mitteln aus einer Entschädigungszahlung des Bundes das Industriegebiet Nessa erschlossen. Die weitere Entwicklung verlief leider nicht so wie erwünscht. Nutzer ist die Firma BHG, welche eine Tochter der STRABAG AG ist, mit einer Bitumenanlage. Weiterhin ist die Firma Hiestro Bau GmbH mit einem stationären Brecherplatz angesiedelt.

Die Ziele der nächsten Jahre kann man so umschreiben: Werte sind zu bewahren und die Besonderheiten der Ortschaft zu entwickeln und herauszukehren. Dazu gehört die vernünftige Gestaltung des alten Gutsparkes in Obernessa, Maßnahmen zur Begrünung unserer Feldflur und der Erhalt der dörflichen Bausubstanz.